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Tagebuch der 8samkeit, Eintrag #2: 40 Minuten durch die Wüste

14. Juli 2018 - Lesezeit: 3 Minuten

Die Erfüllung von Alfyns großem Lebenstraum wartet ironischerweise keine zehn Meter vom Dorfeingang entfernt. Kaum steuere ich den jungen Apotheker aus seiner gewohnten Umgebung heraus, bricht vor uns auf dem Weg ein junger Reisender zusammen. Ein Monster habe ihn angegriffen, beklagt er. Er benötige nicht mehr als eine Heiltraube, um wieder auf die Beine zu kommen. Kurz vor Reiseantritt habe ich zum Glück sämtliche Vorräte aufgefüllt und von meinen 23 Trauben werde ich eine sicher nicht vermissen. Erst recht nicht, wenn 1000 Gold als Belohnung für meine Hilfe dabei herausspringen. Nach dem Ende des ersten Kapitels öffnet sich Octopath Traveler endgültig und so zeigen sich überall auf der Weltkarte Icons mit Story und Nebenaktivitäten. Ich möchte möglichst nichts verpassen und kehre erst einmal nach Klarach zurück, um auch hier nach neu aufgetanen Aufgaben zu suchen.

In der Tat haben einige der Bewohner mir nun noch mehr zu erzählen oder kleinere Aufgaben für mich. Besonders interessant ist dabei mein Gespräch mit der jungen Marylin. Sie erzählt zögernd davon, wie sie vor einigen Tagen eine Flaschenpost am Flussufer fand, an sie gerichtet und von ihrer fernen Mutter unterzeichnet. Marylin, die ihr Leben lang in Klarach gewohnt und gearbeitet hat, ist verständlicherweise ziemlich durch den Wind. Das Spiel stellt mich nun vor die Wahl; teile ich mein Wissen mit der Frau oder halte ich mich heraus?
Die Neugier siegt natürlich, ich glaube kaum, dass an dieser Stelle irgendjemand einfach weiter seiner Wege gegangen wäre. Es folgt eine kurze Sequenz zwischen Marylin und ihren Eltern, die ihr die traurige aber auch schöne Wahrheit offenbaren: Schon immer haben sich die beiden Kinder gewünscht, aber es hatte nicht sein sollen. Als eines Tages eine verzweifelte Frau auf der Durchreise ihre kleine Tochter zurücklässt, ist es für das Ehepaar ein Segen des Himmels, wie der Vater versichert. Marylin ist gerührt, entscheidet sich aber dennoch nach ihrer Mutter zu suchen.

Die verständnisvollen Eltern verabschieden sie und Marylin verschwindet aus dem Dorf. Für Alfyn und mich springen noch weitere 1500 Gold heraus…Dingdingding. Die ganze Episode war nicht besonders lang, auch ist sie nicht besonders tief in die Lebenswelt der Charaktere eingedrungen. Trotzdem verlasse ich Klarach beim zweiten Mal mit einem Gefühl der engeren Verbindung zu dem kleinen Ort und seinen Bewohnern.

Jenseits des Dorfes erwartet mich schließlich ein Wüstengebiet, dessen Pfade laut Karte nach Fellsfall führen. Hier lebt der Dieb Therion, der zweite der acht Protagonisten und wartet darauf, von Alfyn und mir als Verbündeter rekrutiert zu werden. Die Zeit auf dem Weg zum Meisterdieb nutze ich, um ein wenig zu leveln. Einige neue Monster zeigen sich unterwegs, die mich aber nie wirklich vor Probleme stellen. Alfyns Waffe und Rüstung habe ich mittlerweile etwas aufgebessert und zusätzlich einige Spezialfähigkeiten erlernt. Mein bisheriger Favorit ist definitiv „Amputation“, die genau soviel unangenehmen Schaden anrichtet, wie es klingt. Nach etwa einer Dreiviertelstunde geht’s weiter.

Fellsfall, die Stadt in den Klippen, wurde auf drei Ebenen erbaut. Jede von ihnen repräsentiert dabei eine soziale Klasse. In der Oberstadt leben die Adligen, in der Mitte die Bürger und ganz unten die Spieler, Halunken und Tagelöhner. Ich lasse Alfyn sich gründlich umsehen, einmal mehr in die Geheimnisse der Stadtbewohner schielen und im Inn eine kurze Pause einlegen.

Das Anwesen der Ravus, den Erzählungen der Bewohner zufolge eine mächtige Adelsfamilie, befindet sich am oberen Ende der Stadt. Ohne Ausweis komme ich an dieser Stelle nicht weiter, da helfen auch Gesprächsversuche mit Soldaten und Wachhunden nichts mehr. Ich kehre nach unten zurück und spreche den Charakter an, der sich dank der kaum subtilen grellgrünen Sprechblase über dem Kopf schnell als Derjenige offenbart, den ich suche: Therion, der Meisterdieb. Wenn jemand einen Weg ins Anwesend findet, dann wohl er. Ich spreche ihn an und bekomme den Hinweis, ich müsse Therions Einführung spielen, sofern ich ihn rekrutieren möchte.

Das werde ich natürlich nur allzu gerne tun ;)