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Ode an die Freude oder: This was for the Players! <3

9. November 2020 - Lesezeit: 7 Minuten

Am morgigen Dienstag ist es nun also soweit; der DHL Bote bringt mir ein, hoffentlich unbeschädigtes, Paket, das mich in die nächste Konsolengeneration transportiert. Die Xbox Series S bietet zwar eher eine Next Gen light, aber sie ist nichtsdestotrotz der Schlüssel zu einer neuen Welt mit hunderten von neuen und alten Spielen zum monatlichen Netflixpreis und das zukünftige und eventuell exklusive Zuhause der Spiele zweier meiner absoluten Lieblingsdevs, Bethesda und Arkane Studios. Kurzfristig ist die Series S vor allem die für mich beste und erschwinglichste Methode, um Cyberpunk 2077 mit sexy 60FPs ohne Hörsturz-oder Lebensgefahr zu genießen; ein Gefühl, was ich ganz neu kennen und schätzen lernen muss. Mittelfristig gibt sie mir die Chance, zumindest in den nächsten 2, vielleicht sogar 3 Jahren, next Gen Spiele auch mit meinen bescheidener gewordenen Mitteln zu genießen, selbst wenn es vielleicht nur 60-70% der ultimativ besten Elite GeymooorZZZZ1337 Erfahrung sei.

Ich bin kein Fremder im Xbox Ökosystem, zwischen 2008 und 2014 war ich stolzer Besitzer und exzessiver User des günstigsten Mini Düsenjets der Welt: Der Xbox 360. In den letzten Jahren aber, habe ich mich auf dem Rücken des Sony Ponys in die Videospielwelten dieser Generation begeben. Und was für Reisen das waren…

Ich möchte vorwegschicken, dass ich grundsätzlich kein Befürworter von Konsolenkriegen bin. Spiele was du willst, wo du willst. Jeder soll nach seiner Facon selig werden- auch bei Videospielen. Dennoch möchte ich meinen heutigen Blogeintrag am Next Gen Eve, dem Heiligabend der Nerds, dazu nutzen, auf die in meinen Augen beeindruckendste Generation meines Gaminglebens zurückzublicken und auf den zweiten günstigen Düsenjet, der mir das ermöglicht hat: Die Playstation 4.

Der Entschluss, im Herbst 2014 zu einer Playstation 4 anstelle einer Xbox One zu greifen gehörte wohl zu den spontansten Entschlüssen meines 24jährigen Lebens. Ich übertreibe nicht. Am 20. Oktober bestellte ich die PS4, noch wenige Tage vorher hatte ich eine Xbox One im Bundle mit Sunset Overdrive bereits im Amazon Warenkorb. Nur der letzte Mausklick fehlte.

Er fehlte deshalb, weil es damals und eigentlich auch noch heute meine Art ist, bei Anschaffungen, die 200 Euro überschreiten, eine Überzeugungsdebatte mit mir selbst zu führen, weshalb ich die jeweilige Anschaffung tätigen sollte- oder eben nicht. Um fair zu sein: In 95% der Fälle ist die Entscheidung von vorne herein klar pro Anaschaffung längst gefallen, und diese Debatten sind eher kleine Tänzchen mit meinem schlechten Gewissen, das ich eigentlich gar nicht zu haben brauche. In diesem Fall siegten jedoch die 5% (Wenn auch nicht wirklich gewissensrelevant, die PS4 war im Endeffekt teurer). Ich besaß damals ebenfalls eine PS3 und auch wenn meine Sammlung an Spielen nicht einmal 1/3 so groß war, wie die meiner 360, so bestand sie doch fast ausnahmslos aus plattformexklusiven Titeln, bei denen ich sicher sein konnte, dass sie über kurz oder lang auf der PS4 fortgesetzt würden.

Die Xbox One besaß, angesichts der Tatsache, dass ich weder mit Halo noch mit Gears of War viel anfangen kann und Fable mit Legends zum damaligen Zeitpunkt bereits so gut wie tot war, hust, Simpsons „he’s already dead“ Meme, hust solche Spiele nicht. Alles, was ich dort unbedingt hätte spielen wollen, konnte ich auch auf der PS4 spielen. Warum also nicht gleich zur Playstation greifen? Gedacht, gesagt, getan.

Ursprünglich wollte ich warten, bis Assassin’s Creed Unity am 14. November erschien und die Konsole dann einweihen, aber dieser disziplinierte Entschluss hielt genau 40 Minuten, bevor ich bei Netto an der Kasse stand, die PS4 Guthaben Karte vor mir auf dem Band. Für 14,99€ kaufte ich mir mein erstes Spiel, das nicht viel mehr sein sollte als ein Snack bis eben AC Unity erschien, was aber (bis heute) so viel mehr war und ist: Child of Light.

Ein wunderbares, bite sized RPG mit fantastischem Soundtrack, einer melancholisch- eschatologischen Story und einem aquarellartigem Artstyle. Es ist wunderbar und tatsächlich auch heute überall spielbar. Kaufen!

Als AC Unity letztendlich kam, enttäuschte es mich auf ganzer Linie. Heute, gepatched und von seinen Sünden gereinigt, ist es für mich der beste Teil der Serie (2018 spielte ich es noch einmal komplett durch und war begeistert); damals strotzte es vor Bugs, Freezes, Rucklern und unfreiwillig komischem Memepotenzial. Ich war allerdings nicht wirklich lange wütend, denn schon im Monat darauf wärmte mir Dragon Age Inquisition das Laufwerk. Ein Spiel, das ironischerweise genau gegenteilig zu Unity gealtert ist und heute, trotz 130 Stunden+ Spielzeit, in meinen Augen eher überschätzt wird.

Natürlich werde ich jetzt hier nicht jedes einzelne PS4 Spiel aufzählen, das ich jemals gespielt habe. Auch wenn ich, mit einigem Nachdenken, sicher zu quasi jedem solche Anekdoten zu erzählen hätte. Nur soviel sei gesagt: Auf den Winter 14/15 folgten ganze Schwadronen von Spielen, die ich bis heute abgöttisch liebe, fast 2/3 meiner heutigen Lieblingsspiele habe ich auf der PS4 gespielt in den letzten fünf Jahren gespielt.

Von Witcher 3, über Fallout 4, Until Dawn, Dishonored 2, Uncharted 4, Persona 5, Horizon Zero Dawn, Sekiro, Bloodborne und die Dark Souls Trilogie, dem God of War Reboot, bis hin zu dem fantastischen (ja, ich weiß ich bin spät dran) Spider-Man, Star Dew Valley, Red Dead Redemption 2 und meinem wohl neuen Lieblingsspiel The Last of Us: Part II.

Und das waren nur meine persönlichen 10/10s, es gibt, weiß Gott, genug Raum für andere gute und sehr gute Spiele wie Final Fantasy XV, The Wolf Among Us, Detroit: Become Human, Hitman, Moonlighter, Life is Strange, Far Cry Primal, Hollow Knight, Shadow of Mordor, Metal Gear Soli… (was denn? Das Spiel ist doch auch nicht fertig =P)

Was war das bloß für eine unglaubliche Generation? Verbeug dich, meine immer lauter werdende, langsam aus dem letzten Loch pfeifende PS4. Wie Arthur Morgan am Ende von RDR 2 hast du mich so weit gebracht, wie du kannst. Selten war der Ruhestand eines meiner Gadgets so verdient wie deiner. Ich hab‘ dich lieb! :-*

PS (no pun intended, but appreciated xD): Natürlich kehre ich irgendwann zu der PS5 zurück. Denn das gleiche Problem wie 2014 stellt sich ja im Endeffekt wieder: viele der plattformexklusiven Spiele werden hier fortgesetzt. Der große Unterschied zu damals ist, dass die Xbox wieder deutlich attraktiver geworden ist, sowohl von den (potentiellen) Spielen, als auch, vor allem, vom Preis und Service.

Sobald es meine finanzielle Situation zulässt möchte ich beide Maschinen in der Premium Variante unter meinem 120“ 8K TV der Zukunft stehen haben. Aber für den Moment kann ich zu einer Next Gen Light Game Pass Maschine für 290€ einfach nicht nein sagen. ;)